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Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder Stamm John F. Kennedy Frankenthal (Pfalz) |
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Ab in den Norden!
Sommerlager des VCP Stamm John F. Kennedy Frankenthal
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Doch fangen wir vorne an - 26 Stunden Fahrzeit kann man nicht unterschlagen! Es ging also um 7 Uhr morgens an einem herrlichen Hochsommertag, den zwölften im August, vorm Dathenushaus in Frankenthal los. Dort sahen wir auch zum ersten Mal den großen Reisebus (von Herbert's Reisen) und unseren Busfahrer (Bernd), der uns während des gesamten Lagers begleiten sollte. Im Konvoi mit einem gelben Kleinbus der bis unters Dach mit Stammesgerät zugepackt war gings auf die erste Etappe zur Fähre nach Calais. Nach einem kurzen Tankstopp in Luxemburg (Benzin ist da echt super-billig), gings am Nachmittag via Fähre auf die andere Seite des Ärmelkanals. Highlight war nebst der Fährfahrt an sich auch die Sicht auf den Hafen von Dover bzw. die berühmten Kreidefelsen. Ab Dover hieß es dann für die nächsten 2 ½ Wochen: Linksverkehr! - auch erst mal gewöhnungsbedürftig... Am Großraum London vorbei, quer durch Wales zur nächsten Fähre. Es war schon dunkel, als wir am Hafen von Pembroke ankamen. Auf dieser zweiten Etappe wurde schon der ein oder andere Film im Bus geschaut und der erste Lagerspruch geprägt: "Was nicht passt, wird passend gemacht!" - Erstaunlich, wie oft dieser Spruch passt! Die Fährfahrt auf die nächste Insel (Irland) in den Hafen von Rosslare dauerte mit 4 Stunden länger als die erste - bot somit aber adäquat Zeit für ein Nickerchen zu später Stunde. Doch nicht alle fanden Schlaf und so konnten die "Durchmacher" einen wunderschönen Sonnenaufgang vor der Küste Irlands erleben. Von der Fahrt in Irland bis zum Zeltplatz weiß ich nicht mehr viel - irgendwann hat dann auch mich die Müdigkeit übermannt.
Im Curraghchase Scout Center angekommen, begutachteten wir erst mal unseren Lagerplatz, die sanitären Anlagen und die Umgebung. Die Wiese auf der wir unsere Zelte aufschlugen lag mitten in dem ca. 300 ha großem Areal des zu dem Pfadfinderzeltplatz gehörenden Teils des Curraghchase Parks (es gab noch einen weiteren, öffentlichen Teil des Parks). Zu den Toiletten und Duschen waren es ca. 300 m Fußweg - insbesondere nachts, wenn es kalt war, überlegte man sich es schon, ob man diesen Weg auf sich nahm. Falls man sich dafür entschied wurde man zumindest mit komfortablen Toiletten belohnt. Die Digital-Dusche (heiß oder eiskalt) lockte da hingegen weniger.
Kurz nach unserer Ankunft traf auch Bobby ein - der Lagerplatzverwalter und ein Ire der Bauart "supernett" und "wirklich kompetent"! Bobby war für uns während des gesamten Lagers immer Ansprechpartner Nr. 1 und auch in schwierigen Situationen für uns da (Übrigens sind wir herzlich eingeladen mal wieder vorbeizukommen - ein Plätzchen wär' immer für uns frei).
Nachdem dann auch das Wetter stimmte (wie bei uns, nur angenehme 10-15 Grad kühler), machten wir uns an den Lageraufbau: Kohten, Sitzring, Spülstraße, Volleyballfeld, Lagertor, Fahnenmast und unsere Großjurtenkonstruktion (vier Jurten zusammengebaut; eine Kochjurte angehängt) - insgesamt bauten wir die ersten beiden Tage bis alles stand. Bernd (ihr erinnert euch noch: der Busfahrer) hat sein Zelt zu den unseren gestellt (er hätte auch in einem Haus unweit des Platzes schlafen können) und es sich dort richtig häuslich eingerichtet. Von Anfang an war er eifrig dabei und half, wo es nur ging - Ich schätze mal wir haben ihn mit dem Pfadi-Virus infiziert. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns nächstes Jahr ja wieder. Ausrüstungstechnisch kann es Bernd übrigens mit jedem "High-Tech-Pfadi" aufnehmen - oder kennt Ihr Jemanden mit einer Batterie-Campingleuchte mit Fernbedienung?!?
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Ausflug die Erste: Bunratty Castle, Cliffs of Mohere, Lehinch Beach |
Am dritten Lagertag nutzten wir dann die Gunst der Stunde und des immer noch anhaltenden guten Wetters für unseren ersten Busausflug zum Bunratty Castle, den Cliffs of Mohere und dem Atlantik-Strand von Lehinch. Die erste Attraktion des Tages - Bunratty Castle - erwies sich leider als ziemlicher Flop. Im Reiseführer als "Bilderbuch-Burg" angepriesen, war außer einem würfelförmigen Turm und einem "Visitor-Center" nicht viel zu sehen. Den Besuch des Turms schenkten wir uns dann, und beließen es bei einem kurzem Foto- und Postkarten-kaufen-Stop.
Weiter ging's zu den Cliffs of Mohere. Am dortigen "Visitor Center" (sowas gibt's übrigens an jedem Steinhaufen in Irland, der irgendwie interessant aussehen könnte), packten wir erst mal unser Mittagessen aus (BWK - Brot, Worscht und Kääs). Ein absolut exemplarischer Stop für den Rest unserer Ausflugsfahrten! Alle Kinder stehen um Rainer und lassen sich mit Wurst, Käse & frischem Obst verköstigen. Gestärkt für das Nervenkitzel-Highlight des Sommerlagers machten wir uns sippenweise auf zu den Steilklippen. Die Klippen von Mohere sind 200 m hoch und fallen senkrecht in den Atlantik ab. Eine absolut krasse und sehenswerte Landschaft! Die Hinweisschilder "Danger!", "Do not cross the fence!", etc. haben nicht wirklich viele der Touristen interessiert... - Der menschliche Drang nach Abenteuer ist einfach größer! Also: Ab über den Zaun und zu einem Steinplateau. Auf dem Plateau auf allen Vieren und dann gaaanz laaangsaaam vor zum Abgrund robben. Und vorne: Drüberschauen, genießen und das kribbeln im Bauch spüren. Jetzt aber keine Angst bekommen - die Älteren waren mehr als 200% anwesend, die Kinder sehr vernünftig und es hat auch ausnahmsweise mal keiner "Scheiß" gemacht. Runtergefallen ist uns also keiner!
Anschließend gingen wir das Programm etwas ruhiger an und legten einen Stop an Lehinch Beach ein - eine weitläufige Badebucht mit feinem Sandstrand. Neben planschen im Atlantik stand selbstverständlich auch Sandburgen bauen auf dem Programm. Zur Stärkung gab's dann noch Pommes für alle - der "Fish & Chips"-Laden hat sich gefreut! Frisch gestärkt und etwas nachgebräunt ging es nach einem erlebnisreichen Tag zurück zum Lagerplatz. Den Zeitpunkt unseres Aufbruchs hat übrigens die Flut bestimmt - die kam am Ende so schnell, dass sogar manch einer nicht mit dem Wegräumen seiner Sachen nachkam (gell Mark). Schließlich ist der Strand bis zur nächsten Ebbe komplett im Meer versunken.
Die weiteren Erlebnisse schaff' ich nicht mehr in eine chronologische Reihenfolge zu sortieren - aber frei nach dem Motto "was nicht passt wird passend gemacht" rekonstruieren wir mal, wie es in etwa war.
Adare - so heißt das laut Reiseführer schönste Dorf Irlands. Adare - so heißt auch das Dorf, das nur ca. 10 km von unserem Lagerplatz entfernt lag. Adare ist auch der Name von dem Ort, der einen der zehn angesehensten und berühmtesten Golf-Clubs der Welt besitzt - inklusive eigenem Club-Schloss! Madonna, Tiger Woods und auch Bill Clinton waren schon zu Gast! Die Ortschaft an sich beherbergt neben der typisch irischen Erscheinung (viele kleine Geschäfte und Läden ganze Straßenzüge lang) auch noch diverse riedgedeckte Häuser. Sehenswert allemal. Als gute Pfadfinder versteht es sich natürlich, dass wir den Weg nach Adare hin und zurück gewandert sind (O.k. ein bisschen Kleinbusverkehr hatten wir auch). In Adare sind übrigens auch einige Sippenfotos entstanden, die Ihr auf unserer Homepage www.vcp-jfk.de im Foto-Archiv (siehe Fotos (1) und Fotos (2)) begutachten könnt (dort finden sich auch noch viele andere Bilder von unserer Sommerfahrt).
Auch in Adare waren die Mäuschen mal für einen Tag Minigolf spielen. Minigolf (Pitch & Put) aber im wahrsten Sinne des Wortes - ein Golfplatz in Kleinformat forderte unsere kleinen Golferinnen.
Auch einen Ausflug gabs ins Schwimmbad von Askeaton - auch einem zum Lagerplatz nahegelegenen Ort. Immer wieder amüsant, wenn es eine Badekappenpflicht im Schwimmbad gibt!
An einem anderen, leider nicht ganz so sonnigen Tag, brachen wir wieder einmal mit dem großen Reisebus auf: An den "Ring of Dingle". Dies ist das etwas kleinere, dafür touristisch nicht so überlaufene Pendant zum "Ring of Kerry" - beides landschaftlich besonders sehenswerte Panoramastraßen an der Atlantikküste entlang. Wir fuhren ein Stück den Ring entlang, bevor wir nach der obligatorischen Mittagsvesper aus der blauen Kiste uns auf den Weg zu einer 20 km Panoramawanderung durch eine der schönsten Landstriche Irlands aufmachten. Spätestens auf dieser Wanderung wurde jedem klar, warum Irland auch die "grüne Insel" genannt wird! Hügellandschaften, Meer mit steilen Felsen, Badebuchten und saftige Wiesen so weit das Auge reicht. Der Weg führte uns über eine Schafweide, die ziemlich weit oben auf einem Hügel lag (ächz..). Interessant: Neben den Millionen von Schafknoddeln auch diverse Kadaver, die irgendwie keiner wegräumt - kleine Jungs entdecken die Welt / große Jungs kriegen die Krise!
Nachdem wir dann etwas naß (ein typischer, irischer Niesel-oder-sowas-Regen hat uns heimgesucht) am Bus ankamen (nein liebe Gehörlose, es war keine gute Idee durch einen akkurat gepflegten Vorgarten eines irischen Hausbesitzers mit Wanderschuhen zu laufen), machten wir uns auch wieder auf den Heimweg.
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Nur Ausflüge? Natürlich nicht! Die Mäuschen sorgten für Action! |
Natürlich hatten wir auch Programm auf dem Lagerplatz. So z.B.: unsere Lagerolympiade bei der verschiedene Disziplinen wie ein Hindernisparcour, Staffellauf, Melonenkern-Ziel-spucken, Leiterüberklettern, Holz sägen, etc. auf dem Programm standen.
Das diesjährige Programm, hervorragend organisiert von den Mäuschen, stand übrigens unter dem Motto "Märchen". Schon zu Beginn des Lagers gab es dazu ein Theaterstück der Mäuschen das auf das Motto einstimmte. Ein Nachtspiel bei dem es knifflige Fragen zu beantworten galt, ein Pfadfinderlauf durch den weitläufigen Curraghchase Park und Bastelaktionen standen da auf dem Programm. Im Detail kann ich mich an die Stationen leider nicht erinnern - man verzeihe mir oder Frage einfach unsere Sipplinge!
Ein anderer Tagesausflug führte uns in das auch nicht allzu weit entfernte Städtchen Limerick. Immerhin mit 80.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Irlands. Besonders zu erwähnen sei hier der LIDL-Supermarkt, der neben "German Bratwurst" auch noch viele andere heimische, bekannte Spezialitäten in gewohnter Qualität feilbot. So konnte man auch ab und an in den Genuss heimischer Küche kommen.
Neben den üblichen Attraktionen einer großen Stadt (Burger King & Mc Donalds), war besonders sehenswert King John's Castle. Der Herrscher von Schottland war zwar kein eines Mal persönlich in dieser Burg (er hatte noch ein paar andere), dennoch ließen die Ausmaße und die Lage direkt am Shannon-River auf die ehemalige Bedeutung schließen. Interessant dazu auch das Museum, welches in anschaulicher Art und Weise, unter Einsatz moderner Technik, die Geschichte aufbereitete. Nachdem Burgbesuch ging es sippenweise durch die Stadt, die stellenweise ein Flair bzw. Chaos ausstrahlte, wie man es eigentlich nur von Großmetropolen kennt - dennoch liebenswert.
Ein anderes, diesmal wieder landschaftliches Highlight, waren die Burren. Dies ist eine Kalksteinlandschaft, die ein wenig der Mondoberfläche ähnelt. Dadurch, dass der sonst üppige Grünbewuchs in diesem Landstrich fehlte, konnte man erste Parallelen zu einer Art "Wüste" ziehen. Mit dem großen Bus ging es vor Ort - natürlich nicht ohne dem lokalen Sandstrand einen Besuch abzustatten. Auch hier war wieder Sandburgen bauen großer Sport!
Zu erwähnen auch noch, dass jede Sippe auch noch einen Bushajk mit dem Kleinbus unternehmen konnte - diese Einzelerlebnisse jetzt auch noch auszuführen, würde aber endgültig den Rahmen des Artikels sprengen. Dennoch eine kurze Anekdote: Ein steinernes Ringfort von dem original noch die Steinmauer da stand - stellen sie sich jetzt bitte hier einen Busch vor. Und stellen Sie sich jetzt bitte hier ... -> alles klar!
Wenn grad' mal nichts auf dem Programm stand, so gab es auf dem Lagerplatz freiwillige AG's wie etwa Halstuchknoten machen oder Kerzengläser anmalen. Die Jaguars gingen auch gern mal angeln, um dann abends die Beute auf den Grill zu legen. Gegrillt haben wir auch mal Würstchen am Spieß über dem Lagerfeuer - so was gibt's nicht nur am Strohhutfest bei uns! Volleyball und Fußball ließen sich auf dem Platz auch gut spielen und nicht zu vergessen ist natürlich auch "Waldhausen" - ein Art Dorf, welches sich unsere Sipplinge im Wald aus Ästen, Laub, Schnüren, etc. gebaut haben.
Zum Abschluss dieses wahrhaft genialen Lagers, gab es am letzten Abend vor der Abreise ein gebührendes Büfett. Rainer, Bernd und einige kleinen Helfer verbrachten den halben Tag in der Küche und boten auf, was LIDL & Co. zu bieten hatten: verschiedene Salate, Pommes, Rinder- und Schweinefilet, Hähnchen, Chicken Nuggets, Schollenfilet, Krabben, Shrimps, Lachsplatte, Melone mit Parmaschinken, Spargel in Schinkenröllchen, Obstsalat, Tiramisu, Muffins, Schokolade, Coca Cola, Fanta & Co., etc. - ein wahres Festmahl!
Am nächsten Tag hieß es dann noch die restlichen Zelte abbauen, alles sauber im großen und kleinen Bus verstauen und dann ab in die Heimat. Die Rückfahrt gestaltete sich mit 30 Stunden Fahrzeit etwas langwieriger, so dass wir am 29.08. gegen halb neun in Frankenthal wieder eintrafen.
Frei nach dem 2. Lagerspruch "Viel hilft viel!" hoffe ich, dass der Artikel viel geholfen hat Ihnen die Erlebnisse von unserer diesjährigen Sommerfahrt etwas näher zu bringen. Dennoch: Die vielen kleinen Erlebnisse, die Kreativität und Überraschungen die unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder an den Tag legen, kann man nicht in Worte fassen - man muss es erleben. Schade, dass zumindest Sie liebe Eltern dafür nun zu alt sind - aber schenken Sie doch einfach Ihren Kindern mehr von diesen unvergesslichen Erlebnissen!
Gut Pfad,
bis spätestens zur nächsten Sommerfahrt,
die dann vielleicht "Ab in den Süden" geht,
Euer Schuffi
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