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Presse-Archiv > PFAD > Pfad Nr. 75, Winter 2005/2006:

Bezirkssommerlager in Mattsee/Österreich vom 12. - 26.08.2005


Wir schreiben den 12. August 2005 - die ganzen Alpen sind von Schweizern und Österreichern besetzt. Die ganzen Alpen? Nein, in einer kleinen Ortschaft namens Mattsee gibt es einen Pfadfinderzeltplatz auf dem ca. 160 Pfadfinderinnen und Pfadfinder des Bezirks Rheinfranken aus der schönen Pfalz ihre Zelte aufgeschlagen haben. Mit drei großen Reise- und unzähligen Kleinbussen sind die frivolen Jugendliche eingetroffen und haben den malerischen, an einem See gelegenen Platz in Beschlag genommen. "Gipfeltreffen" lautet das zur Umgebung passende Motto des einmaligen Lagers. Einmalig, weil es das erste Bezirkssommerlager des Bezirk Rheinfranken überhaupt werden sollte - und hoffentlich nicht das Letzte!

Die ersten So sieht das Lager aus beiden Tage verbrachten wir mit dem Aufbau unserer Zelte. Zunächst jeder Stamm für sich und dann, am zweiten Tag, die gemeinsamen Konstruktionen wie Lageroase, Fahnenmast, Lagertor, etc. zusammen. Das war auch schon zugleich der erste gemeinsame Programmpunkt des Partnersippenprogramms. Jede Sippe hatte ihm Vorfeld der Fahrt eine Partnersippe aus einem anderen Stamm zugewiesen bekommen, mit der Sie gemeinsame Aktivitäten unternehmen konnte. Schließlich sollten die Stämme ja nicht nur ein Lager auf dem gleichen Platz machen, sondern ein gemeinsames Lager.

Der Platz an sich bot neben einer großen Wiese und guten sanitären Anlagen, auch einen Badesee mit Steg, einen Kiosk, eine eigene Kirche und einen Bauernhof. Die Bademöglichkeit hätten wir gerne häufiger als an 2-3 Tagen genutzt, leider kam es nicht dazu. Der Kiosk war - insbesondere für die Sipplinge - eine willkommene Möglichkeit ihr Taschengeld auszugeben. Ich möchte nicht wissen, wie viele Lollis, Essschnüre und sonstige Süßwaren von unseren Jungs und Mädels während des Lagers gekauft und vernascht wurden ... Vom Bauernhof bezogen wir täglich frische Milch - wie es sich in Österreich gehört natürlich aus der großen Milchkanne frisch von der Kuh.

Zum Programm - eines kurz vorweg geschickt: Es gab Programmpunkte an denen alle Pfadis des Bezirks teilgenommen haben und solche, die von einzelnen Stämmen durchgeführt wurden. Bei letzteren beschränke ich mich auf die Erlebnisse für die Teilnehmenden von unserem Stamm.

Auf der großen Lagereröffnung stimmte die große Lagereröffnung Lagerleiterin Lena (vom Stamm Albert Schweitzer) die Teilnehmenden auf die vorliegenden 13 Tage ein. Kurz vor der Lagereröffnung erhielt auch jeder Teilnehmende unser neues Bezirksliederbuch. Das nicht zu übersehende Komplettwerk (da 700 Seiten stark) enthält das gesammelte Liedgut des Bezirk Rheinfranken, ist professionell layoutet und gedruckt und sollte während des Lagers noch eifrig in Gebrauch sein.

Am dritten Tag stellten die einzelnen Stämme im Rahmen einer Art EXPO einzelne Kontinente (jedem Stamm wurde im Vorfeld einer zugelost) und den Namensgeber ihres Stammes vor. Dazu wurden Schautafeln aufgehängt, Musik gespielt, Ratespiele gemacht, geschminkt, usw. Nachdem jeder Teilnehmende sich überall informiert hatte, gab es dann den ersten "Tag der offenen Töpfe". D.h. Jeder Stamm hat ein kontinenttypisches Gericht gekocht - je eine kleine Portion für jeden der 160 Teilnehmenden. Die Teilnehmenden sind mit Teller und Besteck los gezogen, um alle kulinarischen Köstlichkeiten zu probieren. Von Reisgerichten über Hawaii-Toast bis zu leckeren Fleischspießen war allerhand geboten.

Nach einer mehr oder wenig langen Nacht (erster Oasenabend!) Strahlemann Fabi vor einem Bienennest zogen die Jonnys los zu ihrem ersten Ausflug. Eine Wanderung führte sie durch grüne Wiesen um und durch das Dörfchen Mattsee zu einer Schlucht mit Wasserfall - der Tiefensteinklamm. Nach dem interessanten Naturschauspiel inkl. etwas klettern im Geröll, machten wir auf dem Rückweg in dem Museum "Agri Cultur" Halt. Dort gab es viele Infos zu regionalen Tieren, Insekten und Pflanzen. Interessant war vor allem das echte und dicht bevölkerte Bienennest hinter einer Glasscheibe sowie eine Vakuumpumpe mit Handrad. Mit vielen neuen Eindrücken machten wir uns zurück zum Platz.

Der nächste Ausflug führte uns in eine nahegelegene Käserei bei der wir in die Kunst des Käsemachens eingewiesen wurden. Wir konnten die Anlagen sehen, uns beim Plastikkuhmelken versuchen und die Käsespezialitäten des Hauses probieren. Bei einem anschließenden Spaziergang in den Ort sahen wir auch gleich noch etliche der Milchproduzenten - Kühe.

Am Abend diesen Tages gab es einen großen gemeinsamen Liederabend im Lager. Schon ein klasse Feeling mit geschätzten 8-10 Gitarren und über hundert Stimmen, die bekannten und auch unbekannte Lieder aus unserem neuen Liderbuch zu singen!

Im Ort St. Wolfgang Bald darauf stand ein weiterer, großer Ausflug an. Morgens wurden wir mit dem Reisebus am Zeltplatz abgeholt und fuhren nach St. Wolfgang am Wolfgangsee. In dem malerischen, autofreien Örtchen angelangt, spazierten wir gemütlich durch die urig österreichische Innenstadt, entlang am Wolfgangsee bis zum Fuß des Hausberges "Schafberg". Eine restaurierte - und nicht nur für Eisenbahnfans spannende - Zahnradbahn erleichterte uns den Aufstieg auf die knapp 3000 m hohe Kuppe des Berges. Normalerweise hätte man nun den "schönsten Fernblick im Salzburgerland" (Zitat aus lokalem Reiseführer) genießen können - wären da nicht die Wolken gewesen ... So mussten wir uns leider mit weniger zufrieden geben und machten uns nach einer Mittagsvesper mittels einer kleinen Wanderung auf den Weg Bergab bis zur Mittelstation der Zahnradbahn. Vorbei an glücklich grasenden Kühen, über holprige, ausgetretene Bergpfade bahnten wir uns unseren Weg. Unten im Ort wieder angekommen durfte jede Sippe noch auf eigene Faust losziehen - ich suchte mir ein Plätzchen an einem Cafe am Seeufer - sehr empfehlenswert.

Wenige Tage darauf sollten ein noch actionreicheres Bei Sonnenschein ging's zum Canyoning Abenteuer auf dem Programm stehen: Canoyning. Canoyning heißt im Neoporenanzug, zu Fuß einen mittelgroßen Gebirgsbach hinabzusteigen. Mehrere erfahrene Guides leiteten uns durch das eiskalte Wasser. Mal zu Fuß über teils glitschige Felsen, mal durch knietiefes Wasser und mal mit Brustschwimmen bewegten wir uns vorwärts. Eine absolute Gaudi waren auch die bis zu 8 Meter hohen Sprünge von Naturfelsen in das glasklare Gebirgswasser. Oder die natürliche Rutschbahn aus Stein an einer anderen Stelle des Flusses. Wir haben alle die Tour gut überstanden und werden uns wohl noch lange an dieses super Erlebnis erinnern!

Am zweiten Tag der öffenen Töpfe Am Abend gab es zum zweiten Mal auf der Fahrt den "Tag der offenen Töpfe". Diesmal aber mit allen Gruppen auf dem internationalen Zeltplatz. Diesen bevölkerten nebst uns, auch Gruppen aus England, den Niederlanden und Österreich. Ein schönes internationales Essen, bei dem man aufpassen musste, sich nicht zu überfuttern.

Der Tag darauf war AG-Tag. Es gab unzählige verschiedene Workshops bei den verschiedenen Stämmen: Gitarrenkurs, Jonglierbälle basteln, Freundschaftsbändchen herstellen, Bumerangbau, einen Percussionworkshop, eine Beautyfarm, Singkurs, Tanzkurs, Theater-AG, Tischtennisturnier, usw.

Cocktails von den Profis Am Abend dieses erlebnisreichen Tages organisierten die Jonnys die Lageroase. Es gab leckere Crepe, verschiedene (natürlich alkoholfreie) Cocktails, Gitarrenmusik, Lagerfeuer und als Highlight des Abends: Ein Theaterstück mit Auszügen aus dem Film "Das Leben des Brian" - Der Spaß war garantiert!

Am nächsten Tag ging es wieder in der Früh los - wieder mit dem Reisebus - diesmal in die Mozartstadt Salzburg. Die erste Station war für uns das "Haus der Natur" - ein phänomenales Museum mit vielen interaktiven und kindgerecht aufbereitet Themen: Aquarien, Dinosaurier, Weltraumfähre, Infos zu Flüssen, Gewittern, Blitzen, dem Menschen, Tieren der Bergwelt, etc. Man hätte den ganzen Tag dort verbringen können! Uns zog es dann aber doch (zeitbedingt) in die (Alt-)Stadt mit ihren kleinen, verwinkelten Gässchen, schmiedeeisernern Geschäftsschildern und Straßenkünstlern. Vorbei am Mozart-Geburtshaus und dem Salzburger Dom spazierten wir hinauf zu der Festung Salzburg - die über der Stadt trohnt - um schönen Rundblick auf die Stadt und deren Umgebung zu erlangen.

An einem anderen Tag setzen wir uns ganz unkonventionell in einen öffentlichen Bus und fuhren in das Schwimmbad nach Salzburg. Das Hallenbad hatte neben einem Sprungbrett und -turm auch eine Kletterwand im Wasser zu bieten! Wenn die Kräfte versagten, ließ man sich einfach ins Wasser fallen!

Ab in den Stollen Wenige Tage später fand dann noch der letzte Ausflug der JFK-Pfadis statt. Erste Station war das Salzbergwerk "Bad Dürrnberg" in Hallein. Zuerst schlüpften wir in die typische Bergmannstracht: Einen komplett weißen Anzug. Sah spaßig aus, sollte aber in erster Linie die eigene Kleidung schützen. Mit einer Bahn, auf der man auf einem breiten Balken hintereinander saß, ging es tief in den Berg hinein. An der Endstation angelangt führte uns ein Bergmann durch die Gänge des Bergwerks und erzählte von dem weißen Gold (=Salz) im Berg. Wir schipperten mit einem Schiffchen über einen unterirdischen Salzsee und durften die Rutschen der Bergleute testen - bei bis zu 27 m Länge eine Riesengaudi!

Sommerrodelbahn Zurück an Tage machte wir uns wieder zu einer kleinen Wanderung auf: Zu einer nahegelegenen Sommerrodelbahn. Das besondere: Man musste zuerst mit einem Sessellift auf den Berg hinauf, bevor man dann auf der längsten Sommerrodelbahn Österreichs (2,2 km) wieder hinunterbrettern konnte. Die ganz sportlichen unter uns haben den Berg nach dem ersten Mal dann noch mal per Fuß erklommen und wurde für diese Leistung mit einer weiteren Rodelfahrt belohnt!

Natürlich haben wir auch Zeit auf dem Lagerplatz verbracht und waren nicht nur auf Achse. Tagsüber blieb genug Zeit für die Teilnehmenden mit neuen Freunden aus anderen Stämmen zu spielen, basteln, singen, schwimmen - Pfadfinden! Abends brannten überall Lagerfeuer und klangen Gitarren - besonders an den Oasenabenden war dieselbige ein beliebter Treffpunkt. Auch noch zu erwähnen seien die Spülparties der Jonnys - iniziert von Jonas und Jütti auf deren Veröffentlichung der "Spülhits 2005" CD wir noch immer gespannt warten! Die Spülparties hatten den Erfolg, dass wir zeitweise sogar zu wenig dreckiges Geschirr für die Spülwilligen hatten ...

Spülparty nach dem Essen Als die Sommerfahrt sich dann langsam dem Ende neigte wurde es am letztem Abend Zeit für das mittlerweile traditionelle Lagerabschlussbüffet. Diese wurde diesmal in Form eines 3-Gänge-Menüs gereicht: Schinken mit Melone, Reis mit frisch zubereitetem Rinderfilet oder Schweinemedallions und zum Nachtisch leckere Birne, garniert mit Pudding.

Anschließend fand noch der gemeinsame Lagerabschluss statt, bei dem Alle etwas wehmütig das voll und ganz gelungene Lager beendeten. Viele neue Freundschaften sind auf der Fahrt entstanden, viele bisherige wurden vertieft. Ich freue mich schon auf die nächste Aktion im Kreise unseres Bezirks und hoffe, dass auch andere die "Scheu" voreinander verloren haben.

Gut Pfad,

Schuffi

P.S.: Ja, es stimmt übrigens: Die meiste Zeit auf dem Lager hat es geregnet. Aber: Hat es jemanden ernsthaft gestört? Wenn ich auf die Stimmung bei den Teilnehmenden zurückblicke habe zumindest ich den Eindruck "Nein"! Ihr etwa?

Sommerrodelbahn