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Presse-Archiv > PFAD > Pfad Nr. 73, Winter 2004/2005:

Sommerlager in Sopot/Polen vom 10.-26.08.2004


Putzmunter, da erst 17 Uhr nachmittags, standen 53 Jungs und Mädels unseres Stammes am 10. August 2004 vor dem Dathenushaus zur Abfahrt bereit. Sopot, oder soll ich sagen "der Karibikurlaubsort von Polen", war als Ziel der gut 16-stündigen Fahrt angepeilt. Genauer gesagt: das Gelände des Yacht-Clubs Sopot. Schon im Vorfeld der Fahrt waren im Gästebuch auf unserer Stammes-Homepage (www.vcp-jfk.de) Einträge wie "Ich will endlich nach Polen...!" oder "ich freu mich schon oxe auf polen!" zu lesen - spätestens nachdem wir in der Frankenthaler Partnerstadt Sopot aus dem Bus gestiegen sind, wussten wir: Zu Recht haben wir uns gefreut! Uns erwartete ein wunderschöner Lagerplatz, unmittelbar am feinen Sandstrand Sopots. Der Platz hatte alles was man so braucht: Warme Duschen, einen Spielplatz, einen Eismann und einen eigenen Zugang zum Strand. Der Platz war sogar bewacht - komisch, dass dennoch unser Autoradio verschwand ...

Die Mäuschen (im Hintergrund das Grand Hotel) Eigentlich stand jetzt der Aufbau auf dem Programm - wegen des herrlichen Wetters wurden die schwarzen Zeltplanen jedoch schnell gegen Badetücher eingetauscht - die Wassertemperatur war einfach interessanter als Kohtenstoff. Am nächsten Tag erkundigten wir dann Frankenthals Partnerstadt SOPOT. Ein wunderschönes Örtchen hat sich da unsere Stadt ausgesucht! Im Vergleich zu den Ortschaften durch die wir auf der Hinreise fuhren, kann es Sopot leicht mit einem deutschen Nordseebadeort der Oberklasse aufnehmen! Bezeichnend die sehr, sehr lebhafte und schmuckvolle Fußgängerzone mit vielen Straßenkünstlern und Lokalen, die zum Meer hin in der sogenannten "Molo" endet - dem mit 500m längsten Holzsteg der Welt. Von hier aus fuhren verschiedene Fähren ab, ankerte ein nachgebautes Piratenschiff, konnte man Angeln und auch Wassersport wurde angeboten.

Bogenschießen Interessant auch der Weg von unserem Platz in die Stadt: Dieser ging an der Strandpromenade entlang, die gespickt war mit kleinen Kiosken, Fischerbooten, Trampolins, Beach-Volleyball, Rollerverleih, etc.

Doch nicht nur die Umgebung war wunderschön und vielseitig, sondern auch das Programm - dieses Jahr organisiert von der Sippe Mäuschen. Zu dem Motto "Asterix & Obelix" gab es allerhand Aktionen auf und um den Lagerplatz. Sandburgen-Wett-Bauen und Wasserspiele am Strand, Fahnen malen, Kostüme basteln und den klassischen Pfadfinderstationslauf. Auch die Gallier können von den Pfadfindern einiges lernen: Erste Hilfe, Waldläuferzeichen, Feuer & Kochen, Allzeit-Bereit-Päckchen, Zeltkonstruktionen, Knoten, und vieles mehr.

Vor dem Wahrzeichen: Dem alten Hafenkran Um nicht nur den Lagerplatz und Sopot kennen zu lernen, unternahmen wir einige Ausflüge in die Umgebung:

Gdànsk - zu deutsch: Danzig. Danzig, oder vielmehr den Hafen, konnte man schon von unserem Lagerplatz aus sehen. Mit der polnischen Eisenbahn waren wir auch ziemlich zügig dort und machten uns auf, die alte Hansestadt zu erkunden. Auf dem Programm stand die Besichtigung des riesigen Doms von Danzig, von dessen Kuppel aus ein wunderschöner Rundblick möglich war. Auch ein Bummel durch die komplett restaurierte Innenstadt (Hut ab vor dieser Restaurations-Meisterleistung) hin zum Wahrzeichen der Stadt - dem alten Hafenkran - durfte nicht fehlen. Highlight des Tages war die Hafenrundfahrt auf einem nachgebauten Piratenschiff! Da wurden auch große Pfadis zu Seeräubern und die Speckert-Geschwister sogar zu Steuermännern des Schiffes! Nicht zu kurz kamen auch die, die Shoppen wollten - an dieser Stelle sei erwähnt, dass Danzig seinem Ruf als alte Hansestadt alle Ehre macht: Bernstein, Gold, Diamanten, Pelze, teures Porzellan - nichts was es nicht gab!

Schöne Aussicht auch vom Burgturm An einem neuen Tag begaben wir uns auf die Spuren des Mittelalters und machten uns mit dem Zug auf zu Europas größter erhaltenen Burganlage: Malbork (zu dt. Marienburg). Eingerahmt von mittelalterlichen Gauklerständen trohnt diese (wiederaufgebaute) Burg in Mitten einer Ebene. Die Ausmaße des Bauwerks sind schier gigantisch und auch die detailverliebte Restauration dürfte der Grund sein, warum Malbork schon mehrfach als Filmkulisse gewählt wurde. Nach einer ausführlichen Führung durch die Burg, Bernstein- und Waffenausstellung, sowie einer Schaukampfeinlage mit echten, verkleideten Schauspielern im Burghof, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Obwohl wir nicht gleich den richtigen Zug erwischt haben und noch etwas Spaß mit polnischen Schaffnern hatten, kamen wir noch rechtzeitig zu Rainers Abendmenü am Platz an.

Einen Ausflug mit einem Verkehrsmittel der besonderen Art machten wir gegen Ende des Lagers. Ein Schnellboot brachte uns quer durch die Danziger Bucht zum äußersten Städtchen auf der Landzunge: Hel. Das Boot war bestuhlt wie ein Flugzeug - übrigens auch nicht viel breiter - und flog geradezu über das Wasser! Man konnte sich oben auf das Dach stellen und sich den Wind und die Gicht ins Gesicht wehen lassen - ein riesiger Spaß!

In Hel angekommen, fanden wir einen typischen Touristenort vor: Verkaufsstände mit allen möglichen Sachen, die man dringend braucht - bloß noch nichts davon weiß - und Restaurants bis zum Abwinken. Dabei war es egal ob man Weißwürste, Pizza, Chinesische Reispfanne, oder sonst was essen wollte... Der eigentliche Grund Spaß an der Beach unseres Ausfluges offenbarte sich uns nach ca. 1,5 km Fußmarsch durch eine naturbelassene Dünenlandschaft: Ein feinsandiger, gut 150m breiter und endlos langer Sandstrand mit freiem Blick auf die Ostsee. Ein super Badespaß!

Nicht mehr fehlen darf die (Doppel-)hängematte! Von allen Teilnehmenden gerne besucht - sofern gerade mal nicht besetzt! Immer wenn grad nix "offizielles" auf der Tagesordnung stand, waren die Hängematten ein beliebter Treffpunkt - manch' Plätzchen am Strand auch: "Wir gehen mit den Jaguars angeln". Die Hängematten waren in patentierter Bauweise übereinander befestigt und - für den Fall von Regen - überdacht. Das es darin super bequem war zeigt auch, dass dort Sipplinge (freiwillig!) übernachtet haben.

Alternativ kann man sich bei Langeweile auch ein Loch am Strand graben ("Grab Dir ein Loch!") - weil's eben Spaß macht. Nach fast 2m Tiefe und ordentlichem Durchmesser, hätte man darin problemlos die Strandbuggies, die nachts den Strand sauber gemacht haben, versenken können. Um dem Vorzubeugen, haben wir das Loch auch wieder zugeschüttet...

Alles in Allem kann man sagen, dass ein Lager in Polen nicht nur preislich, sondern auch landschaftlich ansprechend und absolut empfehlenswert ist. Sopot ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Gut Pfad, Schuffi